Willkommen im Palmenhausareal / Paradies !
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Das Palmenhaus – 
Schauhaus der Stadtgärtnerei

 

Das Innere des Palmenhauses
mit seinem
ursprünglichen Pflanzenbestand, um 1925
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Der ab ca. 1870 angelegte gründerzeitliche Stadtteil Paradies nahm neben den Wohnquartieren zugleich Elemente der sich rasch modernisierenden städtischen Infrastruktur auf, darunter der Schlachthof, der Bauhof, das Gaswerk und die Stadtgärtnerei.
1922 verdrängte die Erweiterung des städtischen Gaswerkes
(Ecke Gottlieber- /Schulthaißstr.) die benachbarte Stadtgärtnerei weiter in Richtung Süden zum Saubach hin.

 

Das alte Gaswerk 

Das Gaswerk ( hinter der Baumreihe) war bereits in den 1930er Jahren von Wohnhäusern umgeben.           Das Palmenhaus ist am Bildrand unten halbrechts zu erkennen.

Der damalige Leiter der Stadtgärtnerei, Emil Vollmer, konnte aufgrund seiner zugkräftigen Argumente einen Ausbau der Stadtgärtnerei durchsetzen. Insbesondere argumentierte er dabei mit dem Schutz der Pflanzen vor der Rußentwicklung des Gaswerks und der angemessenen Unterbringung des wertvollen Palmenbestandes, „wie derselbe in den größten Städten Badens nicht vorhanden ist“.
Mit Beschluss des Stadtrates vom 09.03.1922 zum Neubau der Stadtgärtnerei wurde zugleich der Konstanzer Architekt Friedrich Heinzmann mit der Planfertigung und Bauleitung beauftragt. Die Ausführung – insbesondere der Glaskonstruktionen – erfolgte durch die Oscar Mehlhorn GmbH in Schweinsberg / Sachsen, einem Spezialbetrieb für modernen Gewächshausbau, mit einer weiteren Niederlassung in München.
Trotz Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung und öffentlicher Kritik an solcherart Verschwendung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, konnte die neue Stadtgärtnerei nach nur kurzer Bauzeit bereits am Samstag vor Pfingsten 1923 feierlich eröffnet werden.

 

 


Die ursprüngliche Anlage umfasste das Verwaltungs-und Wohngebäude (Gärtnerhaus) mit dem unmittelbar daran anschließenden großen Palmenschauhaus und den im rechtem Winkel dazu angelegten weiteren Gewächshäusern. Stilistisch lässt sich die Fassade des Gärtnerhauses mit seiner Pilastergliederung, den Rundbögen im Erdgeschoss und dem markanten Dreiecksgiebel in das Umfeld der konservativen Architektur“ der 1920er-Jahre einordnen.

Bemerkenswert ist der gestalterische Anspruch, mit dem die Stadt Konstanz – trotz der wirtschaftlich schwierigen Verhältnisse kurz nach dem 1. Weltkrieg – hier einen Zweckbau errichtete.


 

Das Palmenhaus inmitten der Stadtgärtnerei (2000)
vor der Renovation und Neugestaltung
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Das Palmen(schau)haus steht in langer Tradition.


Beginnend mit dem 17. Jh. erfreuten sich Pomeranzenhäuser und Orangerien zur Züchtung von  Citrusfrüchten großer Beliebtheit. Sie waren über Jahrhunderte hinweg wesentliche Bestandteile der fürstlichen Gärten und Parks. Deren anfänglich noch abschlagbaren Holzkonstruktionen wurden – bedingt durch die v.a. seit dem 19. Jh. intensivierte Kultivierung exotischer Pflanzen, insbesondere von Palmen und tropischen Nutzpflanzen – durch ganzjährig temperierte Pflanzenhäuser aus Eisen und Glas abgelöst, die nun vermehrt in den botanischen Gärten der großen europäischen Städte entstanden.
Vorrausetzung für diese lichtdurchfluteten Gewächshäuser waren technische Neuentwicklungen in der Gieß- und Walztechnik seit dem späten 18. Jh. sowie verbesserte Heizsysteme.
Vermutlich reiste der Konstanzer Stadtrat nach München, wohl nicht nur um die Niederlassung des ausführenden Betriebs zu besichtigen, sondern vielleicht auch um Anregungen bei dem großen Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell (1750 - 1823) und seinen im Nymphenburger Schlosspark stehenden Orangerien zu holen.
Etwas Besonderes stellt in Konstanz die Verbindung des eigentlichen Palmenhauses
mit dem Verwaltungs- und Wohngebäude dar. Hervorzuheben ist die gute und vollständige Erhaltung der Architektur im originalen Bestand.

Das Gebäude ist nach baden-württembergischen Denkmalschutzgesetz Kulturdenkmal.


 von Ilse Friedrich, Elke Bork, Angelika Merk, Frank Mienhardt, Anja Rothöhler (2009)


 

       

 

Luftbilder des Palmenhausareals
mit der alten Stadtgärtnerei

 


 

Innengestaltung / Lageplan der Pflanzenfelder

 

Förderverein Palmenhausareal / Paradies Konstanz e.V. Konstanz  | info@palmenhaus-konstanz.de